12.01.2026
Waldboden ersetzt in Trockenjahren die Kohlenstoffsenke der Bäume
Während viele Bäume in den Dürrejahren abstarben und als Kohlenstoffspeicher ausfielen, nahm der Waldboden große Mengen Kohlenstoff auf. Nach neuen Modellierungen des Thünen-Instituts glich der Boden in den ersten Schadensjahren nahezu alle Verluste der Bäume aus.
Grundlage der Neuberechnung ist eine erneute Auswertung der Bodenzustandserhebung. Dabei berücksichtigten die Forschenden vor allem größere Mengen an Totholz sowie abgestorbene Wurzeln. Nadeln, Blätter und Feinwurzeln blieben vielerorts auf den Schadflächen liegen. Durch stärkere Sonneneinstrahlung und höhere Temperaturen wurden diese organischen Reste schneller abgebaut, der enthaltene Kohlenstoff gelangte in den Boden und wurde dort als Humus gespeichert.
Nach Einschätzung des Thünen-Instituts investieren Bäume in Trockenjahren verstärkt in ihre Wurzeln, um Wasser aus tieferen Bodenschichten zu erschließen. Auch diese zusätzliche Wurzelmasse trug zur erhöhten Kohlenstoffspeicherung im Boden bei.
Insgesamt speichern Deutschlands Wälder derzeit rund 2.200 Millionen Tonnen Kohlenstoff. Davon entfallen 1.184 Millionen Tonnen auf lebende Bäume, 936 Millionen Tonnen auf Streu und Mineralböden bis 30 Zentimeter Tiefe sowie 46,1 Millionen Tonnen auf Totholz. Die Zahlen stammen aus der Bundeswaldinventur 2022 und der aktuellen Modellierung der Bodenzustandserhebung.
Die neuen Berechnungen zeigen zugleich: Die zusätzliche Aufnahme von Kohlenstoff durch den Boden hält nur einige Jahre an. Mit dem Heranwachsen neuer Wälder verlagert sich die Senkenfunktion wieder zurück in die Biomasse der Bäume. Die Ergebnisse basieren auf Modellrechnungen. Verlässliche Messdaten liefert erst die Auswertung der dritten Bodenzustandserhebung.
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