24.01.2026
Parkett Trends 2026: Vom Ikea Effekt bis zur Landhausdiele
Der Markt hält an der Landhausdiele fest. Rund jede zweite verkaufte Parkettfläche entfiel zuletzt auf dieses Format. Ausschlaggebend sind weniger Moden als praktische Argumente: Große Dielen wirken ruhig, gelten als robust und lassen sich handwerklich sicher verarbeiten. Für 2026 rechnet die Branche erneut mit stabilen Anteilen.
Die Optik allein entscheidet immer seltener. Wichtiger werden sowohl Materialherkunft als auch die Klimabilanz. Parkett profitiert dabei, als langfrisitger CO₂-Speicher: Holz bindet Kohlenstoff über Jahrzehnte entlastet das Klima. Parkett aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern unterstützt den Klimaschutz aktiv. Das Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) unterstützt diese Entwicklung. Nachhaltigkeit entwickelt sich vom Imagefaktor zum Auswahlkriterium – und verschafft Parkett im Wettbewerb mit anderen Bodenbelägen deutliche Vorteile.
Der Ikea Effekt
Rustikale Sortierungen mit Astlöchern, starker Maserung und bewusst unruhigen Oberflächen prägten über Jahre den Markt. Dieser Stil verliert an Bedeutung. Hersteller registrieren eine wachsende Nachfrage nach ruhigeren Sortierungen, die sich am reduzierten, skandinavisch geprägten Einrichtungsstil von IKEA orientieren, deshalb wird der Trend auch nach dem Möbelhaus als „IKEA-Effekt“ bezeichnet. Die Anpassung der Bodenoptik an helle, zurückhaltende Möbelprogramme mit klaren Linien und geringem Kontrast führt dazu, dass gleichmäßige Oberflächen mit wenig Struktur und homogenen Farbverläufen wieder mehr gefragt sind. Auch kleinere Dielen wie Fischgrät Müster haben den Vorteil eher ohne Astlöcher erhältlich zu sein. Einige Fragen sich schon: Wird das auf Dauer die Landhausdiele vom Thron stoßen? Vdp-Vorsitzender Michael Schmid, sieht in dem Trend in jedem Fall Vorteile für das Handwerk, denn: „Das Fischgrät-Muster lassen viele Endkunden lieber vom Profi verlegen.“
Mut zur Vielfalt
Im Material sieht der Verband weiteres großes Entwicklungspotenzial. Noch dominiert Eiche das Sortiment. Andere heimische Holzarten spielen bislang nur eine Nebenrolle.
Michael Schmid wirbt für mehr Offenheit. „Mehr Vielfalt bei den Holzarten. Eiche dominiert nach wie vor, doch in unseren Wäldern wachsen auch andere Bäume. Buche, Esche, Ahorn oder Roteiche bieten spannende Alternativen mit eigener Charakteristik. Wenn diese Holzarten stärker in den Fokus rücken würden – bei Endkunden oder zumindest bei Architekten –, würde Parkett weiter an Vielfalt und Individualität gewinnen.“
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