04.02.2026
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie setzt Abwärtstrend fort
Die deutsche Industrie verliert weiter an Boden im internationalen Wettbewerb. Nach aktuellen Erhebungen des ifo Institut berichtet knapp jedes dritte Industrieunternehmen von einer sinkenden Wettbewerbsfähigkeit auf den Weltmärkten. Im Januar gaben 31,2 Prozent der befragten Firmen an, gegenüber Ländern außerhalb der EU an Wettbewerbsstärke eingebüßt zu haben. Innerhalb Europas liegt der Anteil bei 17,2 Prozent. Eine Trendwende ist nicht in Sicht.
„Nur wenige Unternehmen sehen eine Verbesserung ihrer Lage auf den Weltmärkten. Der schleichende Verlust der Wettbewerbsfähigkeit setzt sich fort“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen. Der Rückgang zieht sich durch nahezu alle Industriebranchen. Besonders angespannt ist die Lage in der Metallerzeugung und -bearbeitung: Rund 47 Prozent der Unternehmen melden hier eine sinkende internationale Wettbewerbsfähigkeit. In der chemischen Industrie sind es 45 Prozent, im Maschinenbau rund 40 Prozent.
Hohe Energiepreise, steigende Lohnkosten, bürokratische Belastungen und eine schwache Investitionsdynamik verschärfen den Druck auf die Unternehmen. Gleichzeitig wächst die Konkurrenz aus Asien und Nordamerika. Einen begrenzten Hoffnungsschimmer liefert die Automobilbranche. Dort berichten Unternehmen von einer leichten Verbesserung ihrer Wettbewerbsposition innerhalb Europas. Auf den globalen Märkten außerhalb der EU bleibt die Entwicklung jedoch negativ.
Damit bestätigt sich ein zweigeteiltes Bild: Während einzelne Branchen regional stabil bleiben, verliert die deutsche Industrie international weiter an Schlagkraft. Wohlrabe warnt vor langfristigen Folgen: „Deutschland droht mittelfristig den Anschluss zu verlieren. Tiefgreifende Reformen sind das Gebot der Stunde.“ Gemeint sind vor allem Entlastungen bei Energie- und Abgabenlasten, schnellere Genehmigungsverfahren sowie stärkere Investitionen in Digitalisierung und Innovation. Ohne grundlegende Reformen, so die Einschätzung des ifo-Instituts, droht der Industriestandort Deutschland weiter an Attraktivität zu verlieren – mit Folgen für Wachstum, Beschäftigung und Wohlstand.
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