16.09.2026

PPWR im Holzhandel: Habisreutinger kritisiert unklare Vorgaben

Wie wirken sich die neuen Anforderungen der Europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) auf mittelständische Unternehmen in der Praxis aus? Um das vor Ort zu zeigen, lud der GD Holz-Vorstandsvorsitzende Maximilian Habisreutinger den Ravensburger Bundestagsabgeordneten Axel Müller (CDU) in sein Unternehmen nach Weingarten ein. Im Mittelpunkt standen die Folgen der PPWR für die tägliche Kommissionierung im Holzhandel – und rechtlich bislang ungeklärte Vorgaben, die in den Betrieben für Verunsicherung sorgen.

Bei einem Rundgang durch den Betrieb ließ sich Müller die Abläufe bei der kundenindividuellen Kommissionierung erläutern. Dabei zeigte sich: Schon wenn bestehende Verpackungen um Schutzkanten, Folien oder andere Sicherungselemente ergänzt werden, können zusätzliche Nachweispflichten entstehen. Für die Unternehmen stellt sich damit eine zentrale Frage: Entsteht durch solche Ergänzungen eine neue Verpackung im Sinne der PPWR – und werden damit neue Konformitätserklärungen erforderlich?

Bei einem Rundgang durch den Betrieb ließ sich Axel Müller die Abläufe bei der kundenindividuellen Zusammenstellung detailliert erläutern. Dabei wurde deutlich, dass bereits die Ergänzung bestehender Verpackungen um Schutzkanten, Folien oder weitere Sicherungselemente zahlreiche Nachweispflichten auslösen kann. Für die Unternehmen stellt sich deshalb die Frage, ob durch solche Ergänzungen eine neue Verpackung im Sinne der PPWR entsteht und damit zusätzliche Konformitätserklärungen erforderlich werden. Diese Frage ist bis heute unbeantwortet, weshalb der GD Holz bereits mit dem Bundeswirtschaftsministerium im Kontakt steht und mit diesem Hinweis dort auf offene Ohren stieß.

Diese Frage ist bislang nicht geklärt. Der GD Holz steht deshalb bereits mit dem Bundeswirtschaftsministerium im Austausch und stieß dort mit seinen Hinweisen auf offene Ohren.

„Die PPWR bringt erhebliche Unsicherheiten mit sich. Allein für eine einzelne Kommission müssen Nachweise für zahlreiche Verpackungskomponenten aufgeführt werden. Das bedeutet einen enormen bürokratischen Aufwand, insbesondere für mittelständische Unternehmen“, betont Maximilian Habisreutinger. „Wer Wiederverwendung und Ressourcenschonung fördern will, darf Betriebe nicht mit immer neuen Dokumentationspflichten überfrachten.“

Axel Müller zeigte Verständnis für die Sorgen der Holzhändler und betonte die Notwendigkeit praktikabler Regelungen. „Man muss die Auswirkungen europäischer Regulierung im Praxisbetrieb der Unternehmen sehen. Der Besuch hat gezeigt, wie groß die Unsicherheit bei der Anwendung der PPWR noch ist. Der Mittelstand braucht klare, rechtssichere Vorgaben – nicht zusätzliche Bürokratie ohne Wertschöpfung. Bei einer so komplexen Umsetzung ist es unverständlich, diese Last allein den Unternehmen aufzubürden“, so der Bundestagsabgeordnete.

Bei EU-Verordnungen sind die Einflussmöglichkeiten des nationalen Gesetzgebers begrenzt. Umso wichtiger sei es, so die Beteiligten, dass sich Bundesregierung und EU-Parlamentarier bei den europäischen Institutionen für eine bürokratiearme Umsetzung und mehr Rechtssicherheit bei offenen Auslegungsfragen einsetzen. Müller kündigte an, die Eindrücke aus Weingarten mit nach Berlin zu nehmen und das Thema auch bei den zuständigen Kollegen in Brüssel anzusprechen.

Der GD Holz fordert seit Monaten Klarstellungen zu offenen Fragen rund um die PPWR, insbesondere bei der Kommissionierung im Holzgroßhandel. Der Besuch in Weingarten sollte deshalb auch dazu beitragen, die praktischen Folgen der Verordnung sichtbar zu machen und Lösungen zu finden, mit denen sich ihre Ziele rechtssicher und mit möglichst geringem bürokratischem Aufwand umsetzen lassen.

„Der Blick in die Praxis vor Ort ist für beide Seiten – mittelständische Wirtschaft und Politik – enorm wichtig und funktioniert am besten im direkten Austausch“, unterstreicht Habisreutinger. „Nur wenn die tatsächlichen Abläufe in den Unternehmen berücksichtigt werden, können Regelungen entstehen, die Umweltziele mit praktikablen Lösungen für die Betriebe verbinden.“

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Foto/Grafik: Habisreutinger
Axel Müller (CDU) und Maximilian Habisreutinger beim Rundgang durch den Betrieb in Weingarten
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