18.05.2026
Baugenehmigungen steigen, Wohnungsbau bleibt unter Druck
Die Zahl der Baugenehmigungen steigt weiter. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes genehmigten die Behörden im März 2026 den Bau von 21.800 Wohnungen in Wohn- und Nichtwohngebäuden. Das entspricht einem Plus von 11,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit setzt sich der Aufwärtstrend im ersten Quartal des Jahres fort. Von Januar bis März 2026 wurden insgesamt rund 63.500 Wohnungen genehmigt, 14,6 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Im Neubau von Mehrfamilienhäusern lag die Zahl bei rund 33.100 Wohnungen. Das entspricht einem Plus von 14,9 Prozent gegenüber Januar bis März 2025.
Die Bauverbände bewerten die Entwicklung positiv, sehen aber keine Entwarnung. Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, verweist auf den zuletzt schwachen Ifo-Geschäftsklimaindex für den Wohnungsbau. Besonders die Geschäftserwartungen der Unternehmen haben sich im April deutlich verschlechtert. Müller sieht darin ein Warnsignal für die kommenden Monate. Nach Angaben des Ifo-Instituts meldeten im April 9 Prozent der befragten Unternehmen Behinderungen ihrer Bautätigkeit durch Materialknappheit. Das ist der höchste Wert seit drei Jahren. Zudem belasten geopolitische Unsicherheiten, mögliche Preissteigerungen bei Baumaterialien und die Entwicklung der Finanzierungskosten die Branche.
Auch Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe, warnt vor überzogenen Erwartungen. Der Zuwachs reiche nicht aus, um den Bedarf zu decken. „Wenn wir den Bedarf im Land decken wollen, müssten mindestens 10.000 Genehmigungen zusätzlich reinkommen – und das pro Monat“, so Pakleppa. Beide Verbände betonen, dass Genehmigungen allein den Wohnungsmarkt nicht entlasten. Entscheidend ist, ob daraus tatsächlich Bauprojekte entstehen. „Eine Genehmigung ist noch kein Spatenstich und erst recht keine fertige Wohnung“, sagt Pakleppa. Bauwillige brauchen nach seiner Einschätzung verlässliche Rahmenbedingungen und eine langfristige Förderung. Müller fordert zudem niedrigere Auflagen und bessere Finanzierungsmöglichkeiten. Sonst droht nach Einschätzung der Bauindustrie erneut eine Entwicklung wie 2023, als die Stornierungsraten im Wohnungsbau bei 20 Prozent lagen.
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