23.10.2026
Baugenehmigungen legen weiter zu
Im August 2026 wurden in Deutschland 20.600 Wohnungen genehmigt, 6,8 Prozent mehr als im August 2025. Von Januar bis August summierte sich die Zahl der genehmigten Wohnungen in neuen sowie bereits bestehenden Gebäuden auf 169.400. Damit lag sie 12,1 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden in den ersten acht Monaten 137.500 Wohnungen genehmigt, 12,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders stark legten Mehrfamilienhäuser zu: Hier wurden 90.600 Wohnungen genehmigt, ein Plus von 14,5 Prozent. Bei Einfamilienhäusern stieg die Zahl um 7,8 Prozent auf 31.500 Wohnungen, bei Zweifamilienhäusern um 21,7 Prozent auf 10.000. Allein im August wurden 16.500 Wohnungen im Neubau genehmigt, 4,2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Durch den Umbau bestehender Gebäude entstanden Genehmigungen für 4.200 Wohnungen, 18,2 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
„Der Aufwärtstrend ist erfreulich, eine heute genehmigte Wohnung ist aber erst frühestens Ende 2028 fertiggestellt“, sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. Steigende Kosten für Baumaterialien und höhere Finanzierungskosten lassen Investoren und Bauherren laut Verband vor dem Projektstart zögern. Der Bauüberhang von genehmigten, aber nicht gebauten Wohnungen ist innerhalb von zehn Jahren von 522.700 im Jahr 2015 auf 760.700 gestiegen. „Kurzfristig wird es nicht ohne finanzielle Hilfen gehen, um Wohnungsbauprojekte in die Wirtschaftlichkeit zu bringen“, sagt Müller. Die Aufstockung der EH55-Plus-Förderung für bereits genehmigte Neubauprojekte soll ermöglichen, dass das Programm wie angekündigt noch bis Ende 2026 weiterlaufen kann. „Die Aufstockung des EH55-Plus-Programms verschafft dem Markt etwas Luft, aber die nächste Förderlücke ab Beginn des neuen Jahres ist schon in Sichtweite“, so Müller. Für die Haushaltsverhandlungen fordert er deshalb, die Lücke bis zum Start der neuen Förderlandschaft Mitte 2027 zu schließen.
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