26.10.2026
Holzbau gewinnt Marktanteile – Branche sieht aber weiter Gegenwind
Der Holzbau gewinnt trotz der schwachen Baukonjunktur Marktanteile. Das zeigte der 19. Europäische Kongress für energieeffizientes Bauen mit Holz in Köln. Besonders im Mehrfamilienhausbau legt Holz zu. In Nordrhein-Westfalen hat sich die Quote im Neubau von Holz-Mehrfamilienhäusern nach Angaben von B+L Marktdaten vervierfacht. Gleichzeitig bleibt der Gesamtmarkt angespannt. Zwar sollen 2027 und 2028 im
Wohnungsbau wieder mehr Wohnungen fertiggestellt werden, das Niveau liegt laut B+L aber weiterhin rund 80.000 Wohneinheiten unter der Zeit vor der Baukrise. Damit fehlen nach Berechnungen der Marktforscher rund vier Millionen Quadratmeter Nachfrage nach Bodenbelägen, Holzprodukten und Baumaterialien. Auch die Sanierung kommt nur schleppend voran. Investitionen fließen vor allem in Heizungen und Photovoltaik, während Dach, Fassade und Fenster zurückbleiben. „Es wird allenfalls in Muss-Maßnahmen investiert“, sagte Marcel Dressel von B+L Marktdaten.
Zusätzlichen Druck sieht die Branche bei Forschung und Entwicklung. Dr. Denny Ohnesorge, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Holzindustrie und Geschäftsführer des Deutschen Holzwirtschaftsrates, kritisierte, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium die Mittel für Forschung und Entwicklung in der Holzverarbeitung bis 2028 auf null zurückfahren will. „Wir brauchen die Gelder für Forschung und Entwicklung in dem Bereich“, sagte Ohnesorge. Unterstützung erhielt er von Dr. Ralf Petercord aus dem nordrhein-westfälischen Landwirtschaftsministerium. Petercord warb zugleich dafür, Holz stärker zu nutzen und sich langfristig auf mehr Laubholz einzustellen. „Jeder, der denkt, ich kann weiter mit Nadelholz so arbeiten wie bisher, täuscht sich“, sagte er. Auch Architekt Hermann Kaufmann mahnte, Handwerk und Vorfertigung stärker zusammenzudenken. Der
Holzbau kann nur weiter wachsen, wenn Betriebe genügend Fachkräfte gewinnen und zugleich ihre Bauprozesse stärker industrialisieren.
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