17.02.2026

ifo Institut: Europas Bauwirtschaft kommt in Fahrt

Der europäische Bau zieht an – und zwar spürbar. Für 2026 erwarten die Forscher der Euroconstruct-Gruppe, der das ifo Institut angehört, ein reales Wachstum von 2,4 Prozent. 2027 sollen es 2,2 Prozent sein, 2028 noch 1,9 Prozent. Zum Vergleich: 2025 lag das Plus bei gerade einmal 0,3 Prozent.
„Die europäische Bauwirtschaft schaltet 2026 aus dem Leerlauf direkt in den übernächsten Gang und hält dieses Tempo bis 2028 weitgehend durch“, sagt ifo-Bauexperte Ludwig Dorffmeister.

Tragende Säulen des Aufschwungs sind der Wohnungsbau und der Tiefbau. In beiden Segmenten soll das Marktvolumen 2028 rund 7,5 Prozent über dem Niveau von 2025 liegen. Hintergrund sind knapper Wohnraum in vielen Regionen sowie hohe Investitionen in Verkehrs- und Energieinfrastruktur.
Für Deutschland bleibt die Wirkung des sogenannten Sondervermögens laut ifo jedoch offen. „Für die Bauwirtschaft in Deutschland ist noch unklar, welche Impulse das sogenannte Sondervermögen bringen wird, weil ein wesentlicher Teil nicht für Investitionen genutzt werden dürfte“, sagt Dorffmeister. „Mit Blick auf den Verkehrsbereich machen sich die zusätzlichen Finanzmittel nur im Schienensektor positiv bemerkbar.“ Deutlich verhaltener entwickelt sich der übrige Hochbau. Bis 2028 rechnen die Experten hier mit einem Wachstum von 4,7 Prozent. Zwar verbessern sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen – etwa durch steigende Löhne und eine gewisse Gewöhnung an das höhere Zins- und Baukostenniveau. Doch im privaten Neubau bremsen ungünstige Branchen- und Standortfaktoren die Investitionsbereitschaft. Dagegen legen staatsnahe Bereiche wie Bildung und Gesundheit weiter zu.

Ein struktureller Trend setzt sich fort: Seit 2009 fließen in Europa mehr Mittel in die Sanierung von Bestandsimmobilien als in Neubauten. Der Anteil liegt inzwischen bei mehr als 60 Prozent. Im übrigen Hochbau haben Sanierungen den Neubau erst 2024 überholt. „Die Aufwendungen für bestehende Nichtwohngebäude dürften weiter zunehmen und damit den Marktanteil bei knapp über 50 Prozent stabilisieren“, sagt Dorffmeister.

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Foto/Grafik: A/ Trendy Motion
Für 2026 wird ein reales Wachstum von 2,4 Prozent erwartet
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